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Birgit Priklopil Steuerberatung GmbH
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Archives for Steuern

„Geschäftsessen“ aus steuerlicher Sicht

Grundsätzlich besteht in Österreich ein steuerliches Abzugsverbot für Repräsentationsaufwendungen. Eine Ausnahme von diesem Verbot und damit eine steuerliche Absetzbarkeit wird jedoch ermöglicht, wenn ein Nachweis erbracht werden kann, dass es sich um eine werbewirksame Aufwendung handelt und die betriebliche Repräsentationskomponente untergeordnet ist.

 

Voraussetzungen und Nachweis

Damit ein Geschäftsessen bzw. die Bewirtung von Geschäftspartner steuerlich absetzbar ist, muss dieses betrieblich veranlasst sein und eindeutig der Werbung dienen. Unter Werbung versteht man dabei eine Information des Geschäftspartners über das Produkt oder die Leistung.

Da die bloße Glaubhaftmachung für das Vorliegen der genannten Voraussetzungen nicht ausreicht, muss jeweils ein Nachweis erbracht werden, dass ein konkretes Rechtsgeschäft angestrebt oder abgeschlossen wurde bzw. welche Produkt- und Leistungsinformationen dargestellt wurden.

Als Nachweis dient der Beleg des Geschäftsessens, worauf Sie immer auch den Namen des Geschäftspartners sowie das angestrebte Geschäft vermerken sollten.

 

Steuerliche Wirkung

Sind die oben genannten Voraussetzungen erfüllt und Sie können einen Nachweis darüber erbringen, sind die Essenskosten ertragssteuerrechtlich zur Hälfte (50%) abzugsfähig.

Umsatzsteuerrechtlich besteht diese ertragssteuerliche „Hälfteregelung“ nicht, sodass bei Vorliegen der Voraussetzungen der volle Vorsteuerabzug zusteht.

 

Nicht abzugsfähige Bewirtung

Nicht abzugsfähig sind Bewirtungskosten, wenn die Bewirtung hauptsächlich der Repräsentation gilt.

 

Beispiele:

  • Bewirtung im Haushalt des Steuerpflichtigen
  • Feier zur Betriebseröffnung außerhalb des Betriebs
  • Bewirtung aus persönlichem Anlass z.B. Geburtstag
  • Bewirtung in Form eines Arbeitsessens nach Geschäftsabschluss

 

Mein Hinweis

Reine Repräsentationsaufwendungen sind nicht abzugsfähig! Bitte beachten Sie auch, dass „gemischte Aufwendungen“ aufgrund des Aufteilungsverbots ebenfalls nicht abzugsfähig sind.

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Kryptowährung – steuerliche Behandlung

Da derzeit Kryptowährungen und sein bekanntester Vertreter Bitcoin in aller Munde sind, möchte ich Ihnen auch diesbezüglich kurz die derzeitige steuerliche Situation in Österreich darlegen. Grundsätzlich wird Kryptowährung von der österreichischen Finanzverwaltung derzeit weder als offizielle Währung noch als Finanzinstrument anerkannt. Nach Ansicht des Bundesministeriums für Finanzen sind sie als „sonstige (unkörperliche) Wirtschaftsgüter“ einzuordnen, die nicht abnutzbar sind.

 

Steuerliche Behandlung

Hinsichtlich der steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen ist grundsätzlich zu unterscheiden, ob diese im Privatvermögen oder im Betriebsvermögen gehalten werden.

 

Haltung im Privatvermögen

Werden Kryptowährungen wie z.B. Bitcoins im Privatvermögen gehalten, dann ist zu unterscheiden, ob diese „zinstragend veranlagt“ werden oder nicht. Eine zinstragende Veranlagung liegt vor, wenn Kryptowährungen an andere Marktteilnehmer (Private oder Unternehmen) verliehen werden. In diesem Fall sind die Einkünfte, die durch die Verleihung erzielt werden (z.B. zusätzliche Bitcoins) als „Zinsen“ und somit als „Einkünfte aus Kapitalvermögen“ mit dem Sondersteuersatz von 27,5% zu versteuern.

Liegt keine „zinstragende Veranlagung“ vor, dann tritt eine Steuerpflicht nur dann ein, wenn die Behaltedauer kürzer als 1 Jahr ist („Spekulationsfrist“). Werden also z.B. Bitcoins angeschafft und erst nach einem Jahr wieder veräußert, so ist der Gewinn aus einer realisierten Wertsteigerung nicht steuerpflichtig.

Beim Tausch von Kryptowährungen mit anderen Kryptowährungen (z.B. Bitcoin mit Ethereum) oder mit offiziellen Währungen (z.B. Bitcoin mit Euro) ist einkommensteuerrechtlich jeweils von einer Anschaffung bzw. einer Veräußerung auszugehen.

 

Haltung im Betriebsvermögen

Halten natürliche Personen Kryptowährungen im Betriebsvermögen sind die steuer- und unternehmensrechtlichen Bewertungsvorschriften einzuhalten und dementsprechend sind die Kryptos wie „sonstige betriebliche Wirtschaftsgüter“ zu behandeln. Somit müssen sie dem Anlagevermögen oder Umlaufvermögen zugeordnet werden und die jeweiligen Kursgewinne oder Kursverluste sind im Rahmen der Gewinnermittlung zu berücksichtigen. Die daraus resultierenden Einkünfte sind anschließend zum Tarif zu versteuern.

Eine Besonderheit gibt es jedoch auch im Betriebsvermögen bei zinstragender Veranlagung der Kryptowährung. Hier kommt nämlich, wie im Privatvermögen auch, der Sondersteuersatz von 27,5% zum Tragen. Dies gilt jedoch nur, wenn die Erzielung solcher Einkünfte nicht den Schwerpunkt der betrieblichen Tätigkeit bildet.

Aus umsatzsteuerlicher Sicht folgt das BMF der EuGH-Rechtsprechung und erachtet den Tausch von gesetzlichen Zahlungsmitteln in Kryptowährung und umgekehrt als umsatzsteuerfrei!

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Neuer Umsatzsteuersatz bei kurzfristiger Zimmervermietung

Mit 1.11.2018 wurde der gesetzliche Steuersatz für die kurzfristige Vermietung von Wohnraum (Zimmervermietung) wieder auf den bis 1.5.2016 anzuwendende Mehrwertsteuersatz in Höhe von 10%  herabgesetzt wurde. Bitte dies auf den Rechnungen bzw. im Registrierkassensystem zu ändern.

 

Von der Bundesregierung ist es gedacht, dass der Zimmerpreis für den Konsumenten gleichbleibt und dem Unternehmer somit 3% mehr übrig bleibt, welche im Idealfall für Investitionen aufzuwenden sind.

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Tipps zur Gewinnplanung

Da das Ende des Wirtschaftsjahres 2018 naht, möchte ich Ihnen in dieser Ausgabe des Newsletters einige Tipps zur steueroptimalen Gewinnplanung mit auf den Weg geben. Wenn Sie in diesem Jahr bereits zum jetzigen Zeitpunkt einen hohen Gewinn erwirtschaftet haben und somit hohe Steuerbelastungen drohen, können Sie diese mit den unten angeführten Tipps noch reduzieren. 

 

Do’s and Don’ts zum Jahresabschluss

Anschaffungen von Wirtschaftsgütern, welche längerfristig im Betriebsvermögen verbleiben und Anschaffungskosten von über € 400,- haben, müssen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Eine Anschaffung zum jetzigen Zeitpunkt wirkt sich daher (je nach Nutzungsdauer) nur zu einem geringen Teil noch in diesem Jahr aus.

Anschaffungen von Büromaterial oder Werbeartikel, welche nicht notwendigerweise benötigt werden, sind zwar zu 100% als Betriebsausgabe steuerwirksam, sind aber in Wirklichkeit in den meisten Fällen auch nur Steuerverschiebungen, da der Gewinn dann in den nächsten Jahren dementsprechend höher ist.

Spenden an bestimmte begünstigte Institutionen sind bis zu 10% des Gewinnes aus dem laufenden Jahr steuerlich absetzbar.

All jene, die das versicherungspflichtige Einkommen übersteigen (bei der SVA sind dies € 5.268,- pro Jahr) und nur die Mindestbeiträge oder geringe Beiträge leisten, können freiwillig Zahlungen an die SVA tätigen. Diese werden ebenfalls zu 100% als Betriebsausgabe anerkannt und erspart außerdem eine zu erwartende SV-Nachzahlung.

Hierbei handelt es sich nur um einen kleinen Auszug an Möglichkeiten. Natürlich sind die möglichen Maßnahmen zur Steueroptimierung sehr vielseitig und von Ihrer individuellen Situation abhängig.

 

Mein Hinweis

Wir haben bereits begonnen, für Klienten – für welche wir die laufende Buchhaltung machen – Gewinnprognosen für 2018 zu erstellen. Jene Klienten, bei welchen wir Handlungsbedarf aufgrund höherer Gewinne sehen, werden wir in den kommenden Wochen persönlich kontaktieren, um die Situation zu erläutern und etwaige Vorschläge zur Steueroptimierung zu besprechen.

 

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Die UID-Nummer

Wenn Sie als Unternehmer in Geschäftsbeziehung mit Unternehmern in anderen EU-Ländern treten, ist es erforderlich, die sog. „Umsatzsteueridentifikationsnummer“ (UID Nummer) zu verwenden. Die UID Nummer wird grundsätzlich vom Finanzamt im Zuge der Vergabe der Steuernummer von Amts wegen erteilt. Dies erfolgt jedoch in den wenigsten Fällen, weshalb diese im Normalfall von uns für Sie beantragt wird.

Die richtige Verwendung der UID Nummer

Mit der Angabe Ihrer UID Nummer signalisieren Sie gegenüber dem ausländischen (EU-) Unternehmer, dass Sie als Abnehmer bzw. Erwerber steuerfrei einkaufen können bzw. sonstige Leistungen für Ihr Unternehmer beziehen. Sowohl der innergemeinschaftliche Erwerb als auch die grenzüberschreitende Dienstleistung unterliegt in weiterer Folge der Besteuerung in Österreich, sofern der Leistungsort im Österreich liegt.

Tätigen Sie Lieferungen in andere EU Mitgliedstaaten, so muss Ihnen Ihr Kunde seine UID Nummer, verbunden mit seinen Firmendaten, mitteilen. Damit wird festgehalten, dass Ihr Kunde die Waren für sein Unternehmen anschafft und Sie können die Warenlieferung in Österreich steuerfrei belassen, sofern die weiteren Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Erbringen Sie eine sonstige Leistung (Dienstleistung) an einen ausländischen Unternehmer, so hat Ihnen dieser ebenfalls als Leistungsempfänger seine UID Nummer bekannt zu geben. Damit wird sichergestellt, dass diese Dienstleistung für sein Unternehmen in Anspruch genommen wird. Ihre Dienstleistung unterliegt dann grundsätzlich dort der Besteuerung, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt.

Bei Rechnungen mit Beträgen über € 10.000,- ist auch die UID Nummer ihres inländischen Leistungsempfängers anzuführen, wenn dieser Ihre Leistung für sein Unternehmen bezieht. Fehlt diese, so kann die Rechnung nicht für den Vorsteuerabzug berücksichtigt werden.

Die EU Mitgliedstaaten haben in diesem Zusammenhang ein gemeinsames System zum Informationsaustausch für innergemeinschaftliche Lieferung geschaffen (sog. „MIAS“). Die am Binnenmarkt beteiligten Unternehmen müssen quartals- bzw. monatsmäßig eine sog. „Zusammenfassende Meldung“ (ZM) beim zuständigen Finanzamt einreichen. In dieser ZM sind die UID Nummern der jeweiligen Geschäftspartner sowie der Gesamtwert aller an diese ausgeführten, innergemeinschaftlichen Umsätze anzugeben.

 

 

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Der GmbH Geschäftsführer

Der Geschäftsführer ist das geschäftsführende und vertretungsbefugte Organ der GmbH. Er führt die Geschäfte der Gesellschaft im Innenverhältnis und vertritt die Gesellschaft nach außen. Zum Geschäftsführer können nur natürliche Personen bestellt werden und diese sind zum Firmenbuch anzumelden. Im Hinblick auf die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Einstufung des Geschäftsführers ist entscheidend, ob dieser auch Gesellschafter ist und wenn ja, zu welchem Prozentsatz dieser an der GmbH beteiligt ist.

 

Grundlagen

Geschäftsführer können entweder per Beschluss der Gesellschafter oder bereits im Rahmen des Gesellschaftsvertrages bestellt werden.

Eine GmbH kann grundsätzlich einen oder auch mehrere Geschäftsführer haben. Die Anzahl der Geschäftsführer und deren Vertretungsbefugnisse sind dabei im Gesellschaftsvertrag zu verankern.

Da ein Geschäftsführer stets fremdes Vermögen verwaltet, kommt ihm eine besondere Vertrauensstellung zu und damit einhergehend auch eine besondere Treuepflicht der GmbH und den Gesellschaftern gegenüber. Jedoch haften Geschäftsführer grundsätzlich nicht für Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Eine mögliche Haftung kommt jedoch in Fragen, wenn er seine Pflichten verletzt und zB. nicht innerhalb von 60 Tagen ab Feststellung der Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bei Gericht stellt. Darüber hinaus haftet er immer für nicht abgeführte, aber vereinnahmte Umsatzsteuerbeträge und für die Dienstnehmeranteile von tatsächlich ausbezahlten Löhnen/Gehältern.

Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen handelsrechtlichen und gewerberechtlichen Geschäftsführer. Während wie oben beschrieben der handelsrechtliche Geschäftsführer für die Führung der Geschäfte verantwortlich ist und die GmbH nach außen vertritt, ist der gewerberechtliche Geschäftsführer ausschließlich für die Einhaltung der gewerberechtlichen Vorschriften verantwortlich, d.h. er muss auch den Gewerbeschein für die GmbH haben. Der gewerberechtliche Geschäftsführer kann auch handelsrechtlicher Geschäftsführer sein, muss es aber nicht. Wenn der gewerberechtliche Geschäftsführer nicht auch handelsrechtlicher Geschäftsführer ist, dann muss er zumindest die Hälfte der Normalarbeitszeit (20h) bei der GmbH im Rahmen eines Dienstverhältnisses angestellt werden.

 

Einkommensteuer

Grundsätzlich kommt es bei GmbH Geschäftsführer immer auf die jeweilige Ausgestaltung bzw. ihrer Beteiligung an der GmbH an.

Ist ein Geschäftsführer in seiner Tätigkeit weisungsgebunden, ins Unternehmen organisatorisch eingegliedert und trägt er kein Unternehmerrisiko, so bezieht der Geschäftsführer in der Regel Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und gilt als „normaler“ Dienstnehmer. Dies bedeutet, im Normalfall erhält er einen monatlichen Lohnzettel und ist lohnsteuerpflichtig.

Ist ein Geschäftsführer zu mehr als 25% an der GmbH beteiligt oder treffen diese drei oben erwähnten Merkmale nicht zu, bezieht der Geschäftsführer Einkünfte aus selbständiger Arbeit und gilt somit steuerlich als Selbständiger. D.h. er unterliegt der Einkommensteuer-pflicht und muss am Ende des Jahres eine Einkommensteuererklärung abgeben.

 

Sozialversicherung

Die korrekte Einstufen eines GmbH Geschäftsführers im Rahmen der Sozialversicherung ist etwas komplizierter, da es unterschiedliche Ausgestaltungen und Möglichkeiten gibt. Hier soll bloß eine grobe Skizzierung aufgezeigt werden:

Während ein steuerlich „normaler Dienstnehmer“ wie oben erwähnt, eigentlich fast immer auch als „echter Dienstnehmer“ nach dem ASVG bei der zuständigen Gebietskrankenkasse versichert ist, kommt es bei „Selbständigen“ darauf an, ob die GmbH ein Mitglieder Wirtschaftskammer ist oder nicht.

Wenn die GmbH WK-Mitglied ist, so ist der „selbständige“ Geschäftsführer in den meisten Fällen auch als sog. „alter Selbständiger“ nach dem GSVG bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (kurz SVA) versichert.

Sollte die GmbH jedoch kein WK-Mitglied sein, so gilt in vielen Fällen der „selbständige“ Geschäftsführer als sog. „neuer Selbständiger“ und dieser ist erst ab Überschreiten der Versicherungsgrenze (5.256,60 Euro p.a.) bei der SVA versichert. Darunter ist dieser nicht versichert.

Dies ist nur eine sehr grobe Einteilung und ich möchte darauf hinweisen, dass es viele Ausnahmen dazu gibt. Als Überblick kann dies aber für Sie möglicherweise sehr hilfreich sein.

 

 Mein Tipp:

Werden Geschäftsführer bereits im Rahmen des Gesellschaftsvertrages bestellt, fallen weit weniger Kosten für die GmbH an, als bei einer nachträglichen Bestellung eines Geschäftsführers durch Gesellschafterbeschluss. Dabei werden nicht nur Notar- bzw. Anwaltskosten gespart, sondern auch Eintragungsgebühren beim Firmenbuch!

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Einheitlichkeit der Leistung

Wenn erbrachte Leistungen an Kunden aus mehreren Bestandteilen (z.B. einer Warenlieferung und einer Leistung) bestehen, stellt sich spätestens bei Erstellung der Rechnungen oft die Frage, welcher Umsatzsteuersatz zur Anwendung kommt bzw. ob gewisse Leistungen gesondert in der Rechnung auszuweisen sind oder ob man die gesamte Leistung als „Paket“ mit einheitlichem Umsatzsteuersatz „verpacken“ kann. In dieser Ausgabe des Newsletters möchte ich Ihnen ein grundlegendes Prinzip des österreichischen Mehrwertsteuersystems, nämlich die „Einheitlichkeit der Leistung“ näherbringen und Ihnen diesbezüglich Tipps für Ihr Unternehmen mit auf den Weg geben.

Einheitlicher wirtschaftlicher Vorgang

Grundsätzlich darf ein einheitlicher wirtschaftlicher Vorgang für Zwecke der Umsatzbesteuerung nicht in seine Bestandteile zerlegt werden. Einheitliche Leistungen sind somit umsatzsteuerlich einheitlich zu beurteilen und die Rechtsfolgen sind für alle Teile einer einheitlichen Leistung ident und hängen vom Hauptzweck der einheitlichen Leistung ab.

Es ist demnach nicht zulässig, den einheitlichen Wirtschaftsvorgang einer Werklieferung (z.B. bei Errichtung eines Bauwerks) in eine Warenlieferung und eine sonstige Leistung (z.B. Arbeitsleistung) zu zerlegen. Dies gilt auch dann, wenn über die Lieferung und die Verarbeitung des Materials getrennte Aufträge erteilt und getrennte Rechnungen gelegt werden.

Um festzustellen, ob mehrere selbständige Hauptleistungen oder eine einheitliche Leistung erbracht werden, ist der Hauptzweck des Umsatzes zu ermitteln und dabei immer auf die Sicht eines Durchschnittsverbrauchers abzustellen.

 

Unselbständige Nebenleistungen

Es gilt: „Unselbständige Nebenleistungen teilen das umsatzsteuerliche Schicksal der Hauptleistung“ (hinsichtlich Ort der Leistung, Steuerbarkeit, Steuerpflicht, Steuersatz).

Die Kriterien zur Beurteilung ob eine unselbständige Nebenleistung vorliegt, sind folgende:

  • Sie kommen im Gefolge der Hauptleistung vor,
  • sind im Verhältnis zur Hauptleistung von untergeordneter Bedeutung und
  • haben den Zweck, die Hauptleistung zu ergänzen, zu erleichtern, zu ermöglichen oder abzurunden.

 

Ausgewählte Beispiele

Beförderung als Nebenleistung

Wenn die Beförderung im Vergleich zu einer anderen Leistung von untergeordneter Bedeutung ist, kann diese eine unselbständige Nebenleistung darstellen.

Instandsetzung eines Kraftfahrzeugs

Die Reparaturarbeiten und die dafür benötigten Ersatzteile stellen eine einheitliche Leistung dar und können nicht in zwei Umsätze aufgespaltet werden.

Reparaturen in Verbindung mit Lieferungen

Wird der Liefergegenstand vor dem Liefervorgang noch repariert oder verbessert, liegt eine einheitliche Leistung vor, die als Lieferung zu qualifizieren ist.

In all diesen Fällen teilt die unselbständige Nebenleistung das Schicksal der Hauptleistung. Das bedeutet, dass jeweils nur der relevante Umsatzsteuersatz der Hauptleistung für die gesamte einheitliche Leistung angewendet und in Rechnung gestellt werden muss.

 

Mein Tipp

Ob für alle Leistungen ein einheitlicher Preis verlangt wird oder ob alle Leistungen im Zuge eines einheitlichen Vertrages erbracht werden, ist für die Beurteilung, ob eine Hauptleistung und eine unselbständige Nebenleistung oder eine einheitliche Leistung vorliegen, unerheblich.

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Besonderheiten bei Anzahlungsrechnungen

Bei Anzahlungsrechnungen (Vorausrechnungen) stellt der Unternehmer eine Rechnung über eine noch nicht erbrachte Leistung und ohne Erhalt einer Zahlung aus. Damit Ihre Kunden sich bereits bei geleisteten Anzahlungen die Vorsteuer vom Finanzamt zurückholen können, müssen jedoch einigen Besonderheiten bei Anzahlungsrechnungen beachtet werden.

 

Anzahlungsrechnungen

Damit der Vorsteuerabzug bereits bei geleisteten Anzahlungen seitens des Finanzamtes steuerlich anerkannt wird, muss auf der Anzahlungsrechnung neben den herkömmlichen Rechnungsmerkmalen auch die Umsatzsteuer auf der Anzahlung ausgewiesen werden.

Außerdem muss auf der Abrechnungsurkunde auch zweifelsfrei ersichtlich sein, dass es sich dabei um eine Anzahlungsrechnung bzw. eine Vorausrechnung handelt. Daher sollten Sie auf jeden Fall die Anzahlungsrechnung auch als solche bezeichnen und zusätzlich noch Angaben zum voraussichtlichen Leistungszeitpunkt machen.

Zusammenfassend sollten Sie somit folgende Besonderheiten iZm. Anzahlungsrechnungen beachten:

  • Bezeichnung als Anzahlungsrechnung
  • Voraussichtlicher Leistungszeitraum/Lieferzeitraum
  • Eindeutige Formulierung des Rechnungstextes
  • Ausweis der Umsatzsteuer

 

Endabrechnung

Wird nach Erbringung der Leistung die Endabrechnung für das Gesamtprojekt erstellt, so müssen darin die vor Ausführung der Leistung vereinnahmten Anzahlungen und die auf diese entfallenden Steuerbeträge abgezogen werden.

Selbstverständlich müssen auch die sonstigen üblichen Rechnungsmerkmale auf der Endabrechnung vorhanden sein. Besonders hinweisen möchte ich auf die Pflicht, dass bei Rechnungen über einen Rechnungsbetrag und wenn der Empfänger ein Unternehmer ist, verpflichtend die UID-Nummer des Empfängers angeführt werden muss.

Werden die vereinnahmten Teilentgelte (Anzahlungen) und die darauf entfallenden Steuerbeträge in der Endabrechnung nicht abgezogen, so entsteht in diesem Fall wiederum die Steuerpflicht aufgrund der Rechnungslegung und der Rechnungssteller schuldet die Umsatzsteuer in voller Höhe des Gesamtbetrages.

 

Mein Tipp

Ist auf der Abrechnungsurkunde nicht eindeutig ersichtlich, dass es sich dabei um eine Anzahlungsrechnung handelt, schuldet der Rechnungssteller die Umsatzsteuer in voller Höhe aufgrund des Ausweises in der Rechnung. Um dies zu vermeiden, stellen Sie bitte sicher, dass die Anzahlungsrechnung auch als solche bezeichnet wird.

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Geschäftsreisen – Voraussetzungen und wie sich diese steuerlich auswirken

Bei betrieblich veranlassten Reisen (Geschäftsreisen) können Unternehmer unter bestimmten Voraussetzungen Fahrtkosten oder Kilometergelder, sowie Tagesgelder und Nächtigungsaufwendungen als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht und Zusammenfassung über die derzeitigen Voraussetzungen.

Fahrtkosten und Kilometergeld

In die Kategorie Fahrtkosten fallen einerseits Aufwendungen für öffentliche Verkehrsmittel (Bahn, Bus, Flugzeug, etc.), andererseits aber auch Aufwendungen für ein Kraftfahrzeug, wenn es dauernd zu mehr als 50% für betriebliche Zwecke genutzt wird.

Für ein betriebliches Fahrzeug können sämtliche mit dem KFZ zusammenhängende Kosten (Abschreibung, Treibstoff, Versicherung, Service/Instandhaltung, etc.) als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, soweit sie durch Belege nachgewiesen sind. Wird das Fahrzeug auch privat genutzt, ist davon der Privatanteil abzuziehen. Dieser ist am besten durch ein Fahrtenbuch nachzuweisen. Alternativ können in diesem Fall auch die laufend betrieblich gefahrenen Kilometer über das “amtliche Kilometergeld“ abgerechnet werden.

Wenn die betriebliche Nutzung des Fahrzeuges weniger als 50% beträgt und somit das Fahrzeug nicht zum Betriebsvermögen zählt, gibt es nur die Variante, das Kilometergeld für betrieblich bedingte Fahrten geltend gemacht werden.

 

Mein Tipp:

Führen Sie auf jeden Fall ein Fahrtenbuch über Ihre beruflich veranlassten Reisen mit dem PKW. Das Fahrtenbuch sollte folgende Informationen beinhalten: Datum, Kilometerstand am Beginn und Ende der Fahrt, Kilometeranzahl, die Fahrtroute und den genauen Zweck der Fahrt.

 

Diäten

Um Tagesgelder und Nächtigungsaufwendungen steuerlich geltend zu machen, muss es sich um eine betrieblich/beruflich veranlasste Reise handeln. Diese liegt vor, wenn

  • sich ein Unternehmer aus betrieblichen Gründen mehr als 25km von seiner Betriebsstätte entfernt und
  • eine Reisedauer von mehr als 3 Stunden vorliegt und
  • damit kein weiterer Mittelpunkt der Tätigkeit begründet wird.

 

Inlandsreisen

Tagesgelder dürfen mit maximal 26,40 Euro pro Tag (24 Stunden) geltend gemacht werden. Wenn eine Reise länger als 3 Stunden dauert, kann für jede angefangene Stunde ein Zwölftel von 26,40 Euro (2,20 Euro) abgesetzt werden.

Ein Nächtigungsaufwand kann geltend gemacht werden, wenn eine tatsächliche Nächtigung vorliegt und damit Aufwendungen verbunden sind. Mit belegmäßigen Nachweis können die tatsächlichen Kosten der Nächtigung (inkl. Frühstück), berücksichtigt werden. Hat man keinen solchen Nachweis, können auch ohne Nachweis 15 Euro pro Nächtigung pauschal abgesetzt werden.

 

Auslandsreise

Anstelle der 26,40 Euro bei den Inlandsreisen – siehe Kasten links – kann bei Auslandsreisen der in der Reisegebührenvorschrift der Bundesbediensteten für das jeweilige Land vorgesehene Höchstsatz geltend gemacht werden. Das volle Tagesgeld steht dabei für Reisen von  mehr als 11 bis 24 Stunden zu. Auch bei Auslandsreisen, die länger als 3 Stunden dauern, kann für jede angefangene Stunde ein Zwölftel des Auslandtagessatzes herangezogen werden.

Bei Auslandsreisen können  mittels Rechnung die tatsächlichen Nächtigungskosten (inkl. Frühstück) geltend gemacht werden. Ohne Belegnachweis kann der jeweilige in der Reisegebührenvorschrift der Bundesbediensteten für das jeweilige Land vorgesehene Satz  für Bundesbedienstete pro Nächtigung abgesetzt werden.

 

Gemischte Reisen

 

Ab dem Grenzübertritt kommen die jeweiligen Auslandssätze zur Anwendung (Bei grenzüberschreitenden Flugreisen ab dem Abflug!). Von der in Tagen bzw. in Zwölftel umgerechneten Gesamtreisezeit sind die mit den Auslandssätzen verrechneten Tage bzw. Zwölftel abzuziehen und für den verbleibenden Rest steht das Inlandstagesgeld (also 2,20 Euro pro Stunde) zu.

 

Mein Tipp:

Falls Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sind und die pauschalen Tagesgelder bei Inlandsreisen geltend machen, können Sie 10% herausrechnen und als Vorsteuer geltend machen. Bei Auslandsreisen ist dies jedoch nicht erlaubt.

 

Sollten Sie Fragen zur steuerlichen Behandlung von Geschäftsreisen haben, stehe ich Ihnen jederzeit gerne unter +43 680 50 39 547 oder per E-Mail unter birgit.priklopil@priklopil.co.at zur Verfügung.

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Beschäftigungsförderung für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze

Ab 1.7.2017 wird es in Österreich eine neue Beschäftigungsförderung für die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze geben. Für jeden Vollzeitarbeitsplatz werden Unternehmen in den nächsten drei Jahren 50 % der Lohnnebenkosten rückerstattet.

 

Voraussetzungen:

  • Es handelt sich bei der einzustellenden Person um eine beim AMS als arbeitslos gemeldete Person.
  • Oder um einen Abgänger einer österreichischen Bildungsrichtung.
  • Oder um einen Jobwechsel (dieser war bereits in Österreich beschäftigt).
  • Oder das Beschäftigungsverhältnis ist auf Basis der Rot-Weiß-Rot-Karte.
  • Der neue Mitarbeiter war in den letzten 6 Monaten vor dem Förderantrag nicht im gleichen Unternehmen beschäftigt.

 

Die Abwicklung wird über die Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS) und die Österreichische Hotel- und Tourismusbank sein. Die Förderung wird jeweils im Nachhinein einmal jährlich ausbezahlt.

 

Umgesetzt wird dieser Förderung vor allem auf Grund des starken Drängens und den Medienauftritten der jungen Wirtschaft Österreich, welche die Ausdehnung der Start-up-Förderung auf sämtliche Betriebe gefordert hat.

 

Aktuelle Informationen finden Sie hier: https://www.aws.at/foerderungen/beschaeftigungsbonus/

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