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Birgit Priklopil Steuerberatung GmbH
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Archives for Sozialversicherung

Die SVA-Beitragsgrundlage

Das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz (GSVG) legt grundsätzlich fest, wer bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) pflichtversichert ist. Das sind insbesondere folgende Gruppen:

  • Einzelunternehmer mit Wirtschaftskammer Mitgliedschaft
  • Gesellschafter einer OG oder Komplementäre einer KG, wenn Gesellschaft WK Mitglied ist
  • Geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH, wenn GmbH WK Mitglied ist
  • Selbständig erwerbstätige Personen (sog. „Neue Selbständige“)

Im Bereich der gewerblichen Kranken- und Pensionsversicherung werden die Beiträge grundsätzlich folgendermaßen bemessen: Beitragsgrundlage x Beitragssatz = Beitrag.

Dabei ist zu allerdings zwischen der „vorläufigen“ und „endgültigen“ Beitragsgrundlage zu unterscheiden. Das System der „ständigen Nachbemessung“ kommt seit 1. Jänner 1998 zur Anwendung. Die vorläufigen Beiträge werden quartalsmäßig vorgeschrieben und bei Erlass des Einkommensteuerbescheides für das jeweilige Jahr kommt es zu einer Nachbemessung und anschließend entweder zu einer Nachzahlung oder Gutschrift für das jeweilige Jahr.

Eine Beitragspflicht nach dem GSVG kann aber immer nur natürliche physische Personen treffen und nie eine Gesellschaft (z.B. GmbH).

 

Endgültige Beitragsgrundlage

Die Basis der Berechnung der endgültigen Beitragsgrundlage 2018 sind die versicherungspflichtigen Einkünfte laut Einkommen-steuerbescheid 2018. Dabei handelt es sich um die steuerpflichtigen Einkünfte (aus einem Gewerbebetrieb bzw. selbständiger Tätigkeit) laut Steuerbescheid ohne Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Hinzugerechnet werden dann noch die im Beitragsjahr 2018 vorgeschriebenen Kranken- und Pensions-versicherungsbeiträge sowie freiwillige Arbeitslosen-versicherungsbeiträge. Die Zwischensumme wird dann durch die Anzahl der Beitragsmonate 2018 geteilt und das Ergebnis ist die monatliche endgültige Beitragsgrundlage.

Die endgültige Beitragsgrundlage wird anschließend mit den  anzuwendenden Beitragssätzen multipliziert (2018: KV 7,65%, PV 18,50%) und man erhält die endgültigen Beiträge.

 

Vorläufige Beitragsgrundlage

Bei der Berechnung der vorläufigen Beitragsgrundlage muss immer das drittvorangegangene Jahr betrachtet werden. Hat es in diesem Fall im Jahr 2015 bereits eine Pflichtversicherung nach GSVG gegeben, dann werden die Beiträge auf Basis der versicherungspflichtigen Einkünfte laut Einkommensteuerbescheid 2015 wie oben beschrieben unter Berücksichtigung eines Aktualisierungsfaktors von 1,079% berechnet.

Bestand im drittvorangegangen Jahr (hier also 2015) noch keine Pflichtversicherung nach GSVG, dann werden grundsätzlich die Mindestbeitragsgrundlagen (in 2018: KV € 438,05, PV € 654,25) herangezogen und davon die Beiträge berechnet.

Der niedrigste Beitrag liegt somit bei € 33,51 monatlich (€ 438,05 x 7,65%) für die Krankenversicherung und € 121,04 monatlich (€ 654,25 x 18,50%) für die Pensionsversicherung.

Die vorläufigen SVA Beiträge werden dabei quartalsmäßig vorgeschrieben und nach Ermittlung der endgültigen Beiträge wird eine Nachbemessung durchgeführt (Endgültige Beiträge – Vorläufige Beiträge). Das Ergebnis ist dann entweder eine SVA Nachzahlung oder eine SVA Gutschrift.

 

Mein Tipp

Bei den versicherungs-pflichtigen Einkünften werden Verlustabzüge von Vorjahren leider nicht berücksichtigt, da diese als Sonderausgaben deklariert sind. Aus diesem Grund sind die versicherungspflichtigen Einkünfte in manchen Fällen wesentlich höher, als die steuerpflichtigen Einkünfte laut Einkommensteuer-bescheid. Auch außer-gewöhnliche Belastungen werden von der SVA nicht berücksichtigt.

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Der GmbH Geschäftsführer

Der Geschäftsführer ist das geschäftsführende und vertretungsbefugte Organ der GmbH. Er führt die Geschäfte der Gesellschaft im Innenverhältnis und vertritt die Gesellschaft nach außen. Zum Geschäftsführer können nur natürliche Personen bestellt werden und diese sind zum Firmenbuch anzumelden. Im Hinblick auf die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Einstufung des Geschäftsführers ist entscheidend, ob dieser auch Gesellschafter ist und wenn ja, zu welchem Prozentsatz dieser an der GmbH beteiligt ist.

 

Grundlagen

Geschäftsführer können entweder per Beschluss der Gesellschafter oder bereits im Rahmen des Gesellschaftsvertrages bestellt werden.

Eine GmbH kann grundsätzlich einen oder auch mehrere Geschäftsführer haben. Die Anzahl der Geschäftsführer und deren Vertretungsbefugnisse sind dabei im Gesellschaftsvertrag zu verankern.

Da ein Geschäftsführer stets fremdes Vermögen verwaltet, kommt ihm eine besondere Vertrauensstellung zu und damit einhergehend auch eine besondere Treuepflicht der GmbH und den Gesellschaftern gegenüber. Jedoch haften Geschäftsführer grundsätzlich nicht für Verbindlichkeiten der Gesellschaft. Eine mögliche Haftung kommt jedoch in Fragen, wenn er seine Pflichten verletzt und zB. nicht innerhalb von 60 Tagen ab Feststellung der Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bei Gericht stellt. Darüber hinaus haftet er immer für nicht abgeführte, aber vereinnahmte Umsatzsteuerbeträge und für die Dienstnehmeranteile von tatsächlich ausbezahlten Löhnen/Gehältern.

Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen handelsrechtlichen und gewerberechtlichen Geschäftsführer. Während wie oben beschrieben der handelsrechtliche Geschäftsführer für die Führung der Geschäfte verantwortlich ist und die GmbH nach außen vertritt, ist der gewerberechtliche Geschäftsführer ausschließlich für die Einhaltung der gewerberechtlichen Vorschriften verantwortlich, d.h. er muss auch den Gewerbeschein für die GmbH haben. Der gewerberechtliche Geschäftsführer kann auch handelsrechtlicher Geschäftsführer sein, muss es aber nicht. Wenn der gewerberechtliche Geschäftsführer nicht auch handelsrechtlicher Geschäftsführer ist, dann muss er zumindest die Hälfte der Normalarbeitszeit (20h) bei der GmbH im Rahmen eines Dienstverhältnisses angestellt werden.

 

Einkommensteuer

Grundsätzlich kommt es bei GmbH Geschäftsführer immer auf die jeweilige Ausgestaltung bzw. ihrer Beteiligung an der GmbH an.

Ist ein Geschäftsführer in seiner Tätigkeit weisungsgebunden, ins Unternehmen organisatorisch eingegliedert und trägt er kein Unternehmerrisiko, so bezieht der Geschäftsführer in der Regel Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und gilt als „normaler“ Dienstnehmer. Dies bedeutet, im Normalfall erhält er einen monatlichen Lohnzettel und ist lohnsteuerpflichtig.

Ist ein Geschäftsführer zu mehr als 25% an der GmbH beteiligt oder treffen diese drei oben erwähnten Merkmale nicht zu, bezieht der Geschäftsführer Einkünfte aus selbständiger Arbeit und gilt somit steuerlich als Selbständiger. D.h. er unterliegt der Einkommensteuer-pflicht und muss am Ende des Jahres eine Einkommensteuererklärung abgeben.

 

Sozialversicherung

Die korrekte Einstufen eines GmbH Geschäftsführers im Rahmen der Sozialversicherung ist etwas komplizierter, da es unterschiedliche Ausgestaltungen und Möglichkeiten gibt. Hier soll bloß eine grobe Skizzierung aufgezeigt werden:

Während ein steuerlich „normaler Dienstnehmer“ wie oben erwähnt, eigentlich fast immer auch als „echter Dienstnehmer“ nach dem ASVG bei der zuständigen Gebietskrankenkasse versichert ist, kommt es bei „Selbständigen“ darauf an, ob die GmbH ein Mitglieder Wirtschaftskammer ist oder nicht.

Wenn die GmbH WK-Mitglied ist, so ist der „selbständige“ Geschäftsführer in den meisten Fällen auch als sog. „alter Selbständiger“ nach dem GSVG bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (kurz SVA) versichert.

Sollte die GmbH jedoch kein WK-Mitglied sein, so gilt in vielen Fällen der „selbständige“ Geschäftsführer als sog. „neuer Selbständiger“ und dieser ist erst ab Überschreiten der Versicherungsgrenze (5.256,60 Euro p.a.) bei der SVA versichert. Darunter ist dieser nicht versichert.

Dies ist nur eine sehr grobe Einteilung und ich möchte darauf hinweisen, dass es viele Ausnahmen dazu gibt. Als Überblick kann dies aber für Sie möglicherweise sehr hilfreich sein.

 

 Mein Tipp:

Werden Geschäftsführer bereits im Rahmen des Gesellschaftsvertrages bestellt, fallen weit weniger Kosten für die GmbH an, als bei einer nachträglichen Bestellung eines Geschäftsführers durch Gesellschafterbeschluss. Dabei werden nicht nur Notar- bzw. Anwaltskosten gespart, sondern auch Eintragungsgebühren beim Firmenbuch!

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Krankengeld Neu

Länger andauernde Phasen der Arbeitsunfähigkeit infolge einer Krankheit oder einem Unfall, können für Selbständige rasch existenzbedrohende Auswirkungen haben. Ab 1. Juli 2018 gibt es nun endlich eine Verbesserung der sozialen Absicherung für Selbständige und einen Ausbau der Unterstützungsleistung durch die SVA.

 

Bisher haben Unternehmer in Kleinbetrieben und Ein-Personen-Unternehmen mit weniger als 25 Mitarbeiter, die durch Krankheit oder Unfall mehr als 42 Tage arbeitsunfähig waren, ab dem 43. Tag eine Unterstützungsleistung („Krankengeld“) erhalten.

 

Ab 1. Juli 2018 zahlt die SVA die Unterstützungsleistung für Erkrankungen, die nach dem 30. Juni 2018 eintreten und zu einem mindestens 43 Tage dauernden Arbeitsausfall führen, rückwirkend ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit.

 

Anspruch auf die Unterstützungsleistung haben Sie, wenn Sie folgende Kriterien erfüllen:

  • Sie sind selbständig erwerbstätig
  • Sie sind nach dem GSVG krankenversichert
  • Sie haben regelmäßig weniger als 25 Mitarbeiter beschäftigen
  • Die Aufrechterhaltung des Betriebes ist von Ihrer Arbeitsleistung abhängig

Der Anspruch der Unterstützungsleistung entsteht mit dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit und beträgt 29,93 Euro pro Tag für maximal 20 Wochen pro Krankheit bzw. Unfall.

 

Die Voraussetzungen für den Anspruch auf Unterstützungsleistung von der SV sind eine ärztliche ausgestellte Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit (Krankmeldung) und ein rechtzeitig, innerhalb von 2 Wochen nach Feststellung der Arbeitsunfähigkeit, bei Ihrer Landesstelle der SVA eingebrachter Antrag.

 

Eine weitere Änderung gibt es beim Krankengeld für Angestellte. Zusätzlich zur Verbesserung der erwähnten Unterstützungsleistung gibt es für Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeiter ebenfalls ab 1. Juli 2018 mehr Geld für die Fortzahlung erkrankter Mitarbeiter.

Der entsprechende Zuschuss wird von den bisherigen 50% auf 75% angehoben. Bitte beachten Sie, dass diese Neuerung ebenfalls erst für Krankheiten und Unfälle gelten, die nach dem 30. Juni 2018 eintreten. Der Anspruch darauf besteht, wie bisher ab dem elften Tag der Arbeitsunfähigkeit.

 

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