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Birgit Priklopil Steuerberatung GmbH
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Kryptowährung – steuerliche Behandlung

Da derzeit Kryptowährungen und sein bekanntester Vertreter Bitcoin in aller Munde sind, möchte ich Ihnen auch diesbezüglich kurz die derzeitige steuerliche Situation in Österreich darlegen. Grundsätzlich wird Kryptowährung von der österreichischen Finanzverwaltung derzeit weder als offizielle Währung noch als Finanzinstrument anerkannt. Nach Ansicht des Bundesministeriums für Finanzen sind sie als „sonstige (unkörperliche) Wirtschaftsgüter“ einzuordnen, die nicht abnutzbar sind.

 

Steuerliche Behandlung

Hinsichtlich der steuerlichen Behandlung von Kryptowährungen ist grundsätzlich zu unterscheiden, ob diese im Privatvermögen oder im Betriebsvermögen gehalten werden.

 

Haltung im Privatvermögen

Werden Kryptowährungen wie z.B. Bitcoins im Privatvermögen gehalten, dann ist zu unterscheiden, ob diese „zinstragend veranlagt“ werden oder nicht. Eine zinstragende Veranlagung liegt vor, wenn Kryptowährungen an andere Marktteilnehmer (Private oder Unternehmen) verliehen werden. In diesem Fall sind die Einkünfte, die durch die Verleihung erzielt werden (z.B. zusätzliche Bitcoins) als „Zinsen“ und somit als „Einkünfte aus Kapitalvermögen“ mit dem Sondersteuersatz von 27,5% zu versteuern.

Liegt keine „zinstragende Veranlagung“ vor, dann tritt eine Steuerpflicht nur dann ein, wenn die Behaltedauer kürzer als 1 Jahr ist („Spekulationsfrist“). Werden also z.B. Bitcoins angeschafft und erst nach einem Jahr wieder veräußert, so ist der Gewinn aus einer realisierten Wertsteigerung nicht steuerpflichtig.

Beim Tausch von Kryptowährungen mit anderen Kryptowährungen (z.B. Bitcoin mit Ethereum) oder mit offiziellen Währungen (z.B. Bitcoin mit Euro) ist einkommensteuerrechtlich jeweils von einer Anschaffung bzw. einer Veräußerung auszugehen.

 

Haltung im Betriebsvermögen

Halten natürliche Personen Kryptowährungen im Betriebsvermögen sind die steuer- und unternehmensrechtlichen Bewertungsvorschriften einzuhalten und dementsprechend sind die Kryptos wie „sonstige betriebliche Wirtschaftsgüter“ zu behandeln. Somit müssen sie dem Anlagevermögen oder Umlaufvermögen zugeordnet werden und die jeweiligen Kursgewinne oder Kursverluste sind im Rahmen der Gewinnermittlung zu berücksichtigen. Die daraus resultierenden Einkünfte sind anschließend zum Tarif zu versteuern.

Eine Besonderheit gibt es jedoch auch im Betriebsvermögen bei zinstragender Veranlagung der Kryptowährung. Hier kommt nämlich, wie im Privatvermögen auch, der Sondersteuersatz von 27,5% zum Tragen. Dies gilt jedoch nur, wenn die Erzielung solcher Einkünfte nicht den Schwerpunkt der betrieblichen Tätigkeit bildet.

Aus umsatzsteuerlicher Sicht folgt das BMF der EuGH-Rechtsprechung und erachtet den Tausch von gesetzlichen Zahlungsmitteln in Kryptowährung und umgekehrt als umsatzsteuerfrei!

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Familienbonus Plus ab 1.1.2019

Ab 1.1.2019 entfällt der Kinderfreibetrag (derzeit € 440,- pro Kind) und auch Kinderbetreuungskosten (derzeit bis € 2.300,- jährlich pro Kind bis zum 10. Lebensjahr) sind nicht mehr steuerlich absetzbar. Diese beiden wegfallenden Begünstigungen haben jeweils die Steuerbemessungsgrundlage gekürzt. Stattdessen gilt ab 1.1.2019 die Regelung des „Familienbonus plus“ und dieser reduziert nicht die Steuerbemessungsgrundlage, sondern gleich direkt die Einkommen- bzw. Lohnsteuer.

 

Details zum Familienbonus Plus

Anspruch auf Familienbonus besteht für jedes Kind im Inland, für das Familienbeihilfe bezogen wird in Höhe von jährlich € 1.500,- (bzw. € 125,- monatlich) bis zum 18. Geburtstag, danach in Höhe von € 500,- jährlich. Der Bonus wirkt sich allerdings nur aus, wenn der in Anspruch nehmende Elternteil auch tatsächlich Einkommen- bzw. Lohnsteuer bezahlt. Das bedeutet, wenn der Elternteil so wenig verdient, dass keine Steuer anfällt (also unter € 11.000,- im Jahr), dann wirkt sich der Bonus bei dieser Person auch nicht aus.

 

Der Familienbonus steht in voller Höhe nur für Kinder im Inland zu. Für Kinder innerhalb der EU bzw. EWR-Raum und Schweiz wird der Familienbonus an das Preisniveau des Wohnsitzstaates angepasst. Für Kinder in Drittstaaten erhalten Steuerpflichtige keinen Familienbonus.

 

Der Familienbonus kann entweder von einem Elternteil allein in voller Höhe geltend gemacht werden oder zu gleichen Teilen zwischen den Eltern aufgeteilt werden. Diese Aufteilung kann auch von getrenntlebenden oder geschiedenen Eltern einvernehmlich so vorgenommen werden. Wird jedoch von einem Elternteil der Großteil der Kinderbetreuungskosten (mind. € 1.000,-) übernommen, stehen diesem 90% des Familienbonus zu, dem anderen nur 10%. Zahlt ein getrenntlebender, unterhaltsverpflichteter Elternteil keinen Unterhalt, steht diesem gar kein Familienbonus zu, der andere kann 100% geltend machen.

 

Bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit kann der Familienbonus entweder in der monatlichen Lohnverrechnung durch den Arbeitgeber berücksichtigt werden oder in der Arbeitnehmerveranlagung beantragt werden. Bei allen anderen Einkunftsarten erfolgt die Beantragung in der Einkommensteuererklärung.

 

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Neuer Umsatzsteuersatz bei kurzfristiger Zimmervermietung

Mit 1.11.2018 wurde der gesetzliche Steuersatz für die kurzfristige Vermietung von Wohnraum (Zimmervermietung) wieder auf den bis 1.5.2016 anzuwendende Mehrwertsteuersatz in Höhe von 10%  herabgesetzt wurde. Bitte dies auf den Rechnungen bzw. im Registrierkassensystem zu ändern.

 

Von der Bundesregierung ist es gedacht, dass der Zimmerpreis für den Konsumenten gleichbleibt und dem Unternehmer somit 3% mehr übrig bleibt, welche im Idealfall für Investitionen aufzuwenden sind.

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Was ist neu 2019

Das ist der Platzhaltertext für die Neuigkeiten zu 2019.

Für das Jahr 2019 erwartet uns wieder einiges Neues im Bereich der Steuern, Personalverrechnung und Unternehmensrecht. Die wichtigsten Erneuerungen werden in diesem Video zusammengestellt. Sie erfahren etwas zu den Themen:

  • Familienbonus Plus
  • Entgeltfortzahlung Kleinbetriebe
  • Arbeitszeitnovelle
  • Besteuerung befristeter Auslandstätigkeiten
  • Befreiungsbescheid bei grenzüberschreitender Arbeitskräfteüberlassung
  • Essensbons und Jobticket
  • Home Office
  • PKW-Sachbezug
  • 10 % auf Beherbergung und Camping
  • Kurzfristige Vermietung umsatzsteuerpflichtig
  • ImmoEst und Hauptwohnsitzbefreiung
  • Advanced Ruling
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Interner Kanzlei Workshop mit Horst Hochstöger von „Die Beraterfabrik“

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch mitteilen, dass wir in der vergangenen Woche einen internen Workshop veranstaltet haben, in welcher wir eine gemeinsame Vision für meine Kanzlei erarbeitet haben. Der Workshop wurde geleitet vom Gründer und Geschäftsführer der „Beraterfabrik“ Mag. (FH) Horst Hochstöger. Dabei haben wir in vielen Gruppenübungen die Erfolgsgeschichten der letzten Jahre in Zusammenhang mit der Kanzlei schriftlich festgehalten. Insbesondere hat uns Horst Hochstöger immer wieder darauf hingewiesen, dass wir immer den Nutzen für den Klienten sehen sollen, da dies der wahre Erfolg hinter jeder Geschichte ist.

Im Zuge dieses Workshops ist uns so richtig bewusst geworden, warum wir als Kanzlei bei unseren Klienten geschätzt werden. Dies dadurch, dass wir das Feedback, welches jeder Mitarbeiter in der Kanzlei tagtäglich erhält, zusammengetragen haben.

 

 Damit wir in Zukunft genauso erfolgreich sind, haben wir uns auf einen Leitsatz geeinigt, welchen ich Ihnen natürlich nicht vorenthalten möchte:

 „Wir denken lösungsorientiert für unsere Klienten, um ihnen Zeit und Geld zu sparen!“

 

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Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag

Roman Paulus ist Geschäftsführer der Vermögensberatung Paulus GmbH und hat 25 Jahre Berufserfahrung im Finanzierungsbereich der Bank Austria und Erste Bank. Für Roman liegt der Kundennutzen im Fokus und er ist stets bestrebt, den Bedarf seiner Kunden in Erfahrung zu bringen und ihnen maßgeschneiderte Lösungen zu präsentieren. Bei Fragen im Bereich Versicherung, Investition oder Finanzierung steht Ihnen Roman jederzeit gerne zur Verfügung. Sie können Ihn jederzeit telefonisch unter 0676/4500372 oder per E-Mail unter roman.paulus@infina-partner.at kontaktieren.

 

Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag

Seit 2014 gibt es wieder den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag, welcher eine Steuerersparnis für Einzelunternehmer mit einem Gewinn von über € 30.000,- darstellt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um eine steuerliche Förderung von Investitionen.

Bei der Anschaffung (Investition) muss es sich um einen Gegenstand des Anlagevermögens mit einer Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren handeln (ausgeschlossen sind hier jedoch Fahrzeuge und gebrauchte Gegenstände). Seit 2017 ist es allerdings auch möglich, Investitionen in Form von Wertpapieren zu tätigen.

Diesbezüglich eignet sich derzeit kein Wertpapier besser als der Fonds „Fair Invest Balanced“. Dieser entspricht den Veranlagungsbestimmungen gemäß §10 EstG und der Fonds unterliegt nur sehr niedrigen Schwankungen.

Ich möchte festhalten, dass es hier in erster Linie nicht darum geht, eine möglichst hohe Rendite aus diesem Fonds zu erzielen, sondern die Einkommensteuer (zwischen 42% und 50%) zu reduzieren.

In diesen Fonds kann mittels Sparplans investiert werden, was bedeutet, dass laufend bereits unterjährig Zahlungen getätigt werden können und zum Jahresende nur allfällige Zuzahlungen notwendig sind. Somit ist man hier absolut flexibel. Das Beste daran ist, dass alle getätigten Zahlungen – bis zur Höhe des berechneten investitionsbedingten Gewinnfreibetrages – als Betriebsausgabe steuerlich abzugsfähig sind und die Wertpapiere nach 4 Jahren Verbleib im Betrieb steuerfrei ins Privatvermögen entnommen werden können.

Der Gewinnfreibetrag beträgt:

  • Für die ersten € 175.000,- der Bemessungsgrundlage 13%
  • Für die nächsten € 175.000,- der Bemessungsgrundlage 7%
  • Für die nächsten € 230.000,- der Bemessungsgrundlage 4,5%

Insgesamt somit höchstens € 45.350,- pro Jahr.

Bis zu einer Bemessungsgrundlage von € 30.000,- steht der 13%ige Gewinnfreitrag (also höchstens € 3.900,-) auch ohne Nachweis einer Investition zu.

 

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Tipps zur Gewinnplanung

Da das Ende des Wirtschaftsjahres 2018 naht, möchte ich Ihnen in dieser Ausgabe des Newsletters einige Tipps zur steueroptimalen Gewinnplanung mit auf den Weg geben. Wenn Sie in diesem Jahr bereits zum jetzigen Zeitpunkt einen hohen Gewinn erwirtschaftet haben und somit hohe Steuerbelastungen drohen, können Sie diese mit den unten angeführten Tipps noch reduzieren. 

 

Do’s and Don’ts zum Jahresabschluss

Anschaffungen von Wirtschaftsgütern, welche längerfristig im Betriebsvermögen verbleiben und Anschaffungskosten von über € 400,- haben, müssen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Eine Anschaffung zum jetzigen Zeitpunkt wirkt sich daher (je nach Nutzungsdauer) nur zu einem geringen Teil noch in diesem Jahr aus.

Anschaffungen von Büromaterial oder Werbeartikel, welche nicht notwendigerweise benötigt werden, sind zwar zu 100% als Betriebsausgabe steuerwirksam, sind aber in Wirklichkeit in den meisten Fällen auch nur Steuerverschiebungen, da der Gewinn dann in den nächsten Jahren dementsprechend höher ist.

Spenden an bestimmte begünstigte Institutionen sind bis zu 10% des Gewinnes aus dem laufenden Jahr steuerlich absetzbar.

All jene, die das versicherungspflichtige Einkommen übersteigen (bei der SVA sind dies € 5.268,- pro Jahr) und nur die Mindestbeiträge oder geringe Beiträge leisten, können freiwillig Zahlungen an die SVA tätigen. Diese werden ebenfalls zu 100% als Betriebsausgabe anerkannt und erspart außerdem eine zu erwartende SV-Nachzahlung.

Hierbei handelt es sich nur um einen kleinen Auszug an Möglichkeiten. Natürlich sind die möglichen Maßnahmen zur Steueroptimierung sehr vielseitig und von Ihrer individuellen Situation abhängig.

 

Mein Hinweis

Wir haben bereits begonnen, für Klienten – für welche wir die laufende Buchhaltung machen – Gewinnprognosen für 2018 zu erstellen. Jene Klienten, bei welchen wir Handlungsbedarf aufgrund höherer Gewinne sehen, werden wir in den kommenden Wochen persönlich kontaktieren, um die Situation zu erläutern und etwaige Vorschläge zur Steueroptimierung zu besprechen.

 

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Die UID-Nummer

Wenn Sie als Unternehmer in Geschäftsbeziehung mit Unternehmern in anderen EU-Ländern treten, ist es erforderlich, die sog. „Umsatzsteueridentifikationsnummer“ (UID Nummer) zu verwenden. Die UID Nummer wird grundsätzlich vom Finanzamt im Zuge der Vergabe der Steuernummer von Amts wegen erteilt. Dies erfolgt jedoch in den wenigsten Fällen, weshalb diese im Normalfall von uns für Sie beantragt wird.

Die richtige Verwendung der UID Nummer

Mit der Angabe Ihrer UID Nummer signalisieren Sie gegenüber dem ausländischen (EU-) Unternehmer, dass Sie als Abnehmer bzw. Erwerber steuerfrei einkaufen können bzw. sonstige Leistungen für Ihr Unternehmer beziehen. Sowohl der innergemeinschaftliche Erwerb als auch die grenzüberschreitende Dienstleistung unterliegt in weiterer Folge der Besteuerung in Österreich, sofern der Leistungsort im Österreich liegt.

Tätigen Sie Lieferungen in andere EU Mitgliedstaaten, so muss Ihnen Ihr Kunde seine UID Nummer, verbunden mit seinen Firmendaten, mitteilen. Damit wird festgehalten, dass Ihr Kunde die Waren für sein Unternehmen anschafft und Sie können die Warenlieferung in Österreich steuerfrei belassen, sofern die weiteren Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Erbringen Sie eine sonstige Leistung (Dienstleistung) an einen ausländischen Unternehmer, so hat Ihnen dieser ebenfalls als Leistungsempfänger seine UID Nummer bekannt zu geben. Damit wird sichergestellt, dass diese Dienstleistung für sein Unternehmen in Anspruch genommen wird. Ihre Dienstleistung unterliegt dann grundsätzlich dort der Besteuerung, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt.

Bei Rechnungen mit Beträgen über € 10.000,- ist auch die UID Nummer ihres inländischen Leistungsempfängers anzuführen, wenn dieser Ihre Leistung für sein Unternehmen bezieht. Fehlt diese, so kann die Rechnung nicht für den Vorsteuerabzug berücksichtigt werden.

Die EU Mitgliedstaaten haben in diesem Zusammenhang ein gemeinsames System zum Informationsaustausch für innergemeinschaftliche Lieferung geschaffen (sog. „MIAS“). Die am Binnenmarkt beteiligten Unternehmen müssen quartals- bzw. monatsmäßig eine sog. „Zusammenfassende Meldung“ (ZM) beim zuständigen Finanzamt einreichen. In dieser ZM sind die UID Nummern der jeweiligen Geschäftspartner sowie der Gesamtwert aller an diese ausgeführten, innergemeinschaftlichen Umsätze anzugeben.

 

 

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Die SVA-Beitragsgrundlage

Das Gewerbliche Sozialversicherungsgesetz (GSVG) legt grundsätzlich fest, wer bei der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) pflichtversichert ist. Das sind insbesondere folgende Gruppen:

  • Einzelunternehmer mit Wirtschaftskammer Mitgliedschaft
  • Gesellschafter einer OG oder Komplementäre einer KG, wenn Gesellschaft WK Mitglied ist
  • Geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH, wenn GmbH WK Mitglied ist
  • Selbständig erwerbstätige Personen (sog. „Neue Selbständige“)

Im Bereich der gewerblichen Kranken- und Pensionsversicherung werden die Beiträge grundsätzlich folgendermaßen bemessen: Beitragsgrundlage x Beitragssatz = Beitrag.

Dabei ist zu allerdings zwischen der „vorläufigen“ und „endgültigen“ Beitragsgrundlage zu unterscheiden. Das System der „ständigen Nachbemessung“ kommt seit 1. Jänner 1998 zur Anwendung. Die vorläufigen Beiträge werden quartalsmäßig vorgeschrieben und bei Erlass des Einkommensteuerbescheides für das jeweilige Jahr kommt es zu einer Nachbemessung und anschließend entweder zu einer Nachzahlung oder Gutschrift für das jeweilige Jahr.

Eine Beitragspflicht nach dem GSVG kann aber immer nur natürliche physische Personen treffen und nie eine Gesellschaft (z.B. GmbH).

 

Endgültige Beitragsgrundlage

Die Basis der Berechnung der endgültigen Beitragsgrundlage 2018 sind die versicherungspflichtigen Einkünfte laut Einkommen-steuerbescheid 2018. Dabei handelt es sich um die steuerpflichtigen Einkünfte (aus einem Gewerbebetrieb bzw. selbständiger Tätigkeit) laut Steuerbescheid ohne Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Hinzugerechnet werden dann noch die im Beitragsjahr 2018 vorgeschriebenen Kranken- und Pensions-versicherungsbeiträge sowie freiwillige Arbeitslosen-versicherungsbeiträge. Die Zwischensumme wird dann durch die Anzahl der Beitragsmonate 2018 geteilt und das Ergebnis ist die monatliche endgültige Beitragsgrundlage.

Die endgültige Beitragsgrundlage wird anschließend mit den  anzuwendenden Beitragssätzen multipliziert (2018: KV 7,65%, PV 18,50%) und man erhält die endgültigen Beiträge.

 

Vorläufige Beitragsgrundlage

Bei der Berechnung der vorläufigen Beitragsgrundlage muss immer das drittvorangegangene Jahr betrachtet werden. Hat es in diesem Fall im Jahr 2015 bereits eine Pflichtversicherung nach GSVG gegeben, dann werden die Beiträge auf Basis der versicherungspflichtigen Einkünfte laut Einkommensteuerbescheid 2015 wie oben beschrieben unter Berücksichtigung eines Aktualisierungsfaktors von 1,079% berechnet.

Bestand im drittvorangegangen Jahr (hier also 2015) noch keine Pflichtversicherung nach GSVG, dann werden grundsätzlich die Mindestbeitragsgrundlagen (in 2018: KV € 438,05, PV € 654,25) herangezogen und davon die Beiträge berechnet.

Der niedrigste Beitrag liegt somit bei € 33,51 monatlich (€ 438,05 x 7,65%) für die Krankenversicherung und € 121,04 monatlich (€ 654,25 x 18,50%) für die Pensionsversicherung.

Die vorläufigen SVA Beiträge werden dabei quartalsmäßig vorgeschrieben und nach Ermittlung der endgültigen Beiträge wird eine Nachbemessung durchgeführt (Endgültige Beiträge – Vorläufige Beiträge). Das Ergebnis ist dann entweder eine SVA Nachzahlung oder eine SVA Gutschrift.

 

Mein Tipp

Bei den versicherungs-pflichtigen Einkünften werden Verlustabzüge von Vorjahren leider nicht berücksichtigt, da diese als Sonderausgaben deklariert sind. Aus diesem Grund sind die versicherungspflichtigen Einkünfte in manchen Fällen wesentlich höher, als die steuerpflichtigen Einkünfte laut Einkommensteuer-bescheid. Auch außer-gewöhnliche Belastungen werden von der SVA nicht berücksichtigt.

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Die Gründung einer GmbH

Immer wieder höre ich von Klienten, dass eine GmbH Gründung für sie nicht in Frage kommt, da ihr Unternehmen ja viel zu klein ist und eine GmbH Gründung in Österreich viel zu viel Geld kostet. Dabei gibt es in Österreichs seit dem Jahr 2014 die Möglichkeit, bei der Gründung einer GmbH die Gründungsprivilegierung in Anspruch zu nehmen. Diese bringt einige Vorteile mit sich, allerdings gibt es dabei auch einige Dinge zu berücksichtigen. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen, die Vorteile und Nachteile der gründungsprivilegierten GmbH darlegen.

 

Vorteile der gründungsprivilegierten GmbH

Eine gründungsprivilegierte GmbH kann, sofern dies im Gesellschaftsvertrag verankert wurde, mit einer Stammeinlage von € 10.000,- gegründet werden. Davon ist zumindest die Hälfte, also € 5.000,- sofort in bar einzuzahlen und Sacheinlagen sind ausgeschlossen. Da diese € 5.000,- sofort nach der Gründung für betriebliche Zwecke genutzt werden können, ist somit die GmbH Gründung im Vergleich zu anderen Ländern nicht mehr ganz so teuer.

Ein weiterer Vorteil einer GmbH ist natürlich auch immer das Haftungsthema. Im Falle einer Insolvenz der GmbH haften die Gesellschafter nur bis zur Höhe Ihrer übernommenen Stammeinlagen. Das bedeutet, auch im Konkursfall ist die Haftung der Gesellschafter mit € 10.000,- beschränkt. Dies ist natürlich vor allem für Unternehmen mit besonders heiklen Unternehmensgegenständen von enormer Bedeutung.

Weiters werden die Gewinne der GmbH grundsätzlich mit 25% Körperschaftssteuer besteuert. Die Mindestkörperschaftssteuer für die ersten fünf Jahre beträgt € 500,- pro Jahr und für die folgenden fünf Jahre € 1.000,-.

 

Nachteile der gründungsprivilegierten GmbH

Zu beachten ist allerdings, dass das Gründungsprivileg auf 10 Jahre beschränkt ist. Das bedeutet, dass nach 10 Jahren das Stammkapital auf die üblichen € 35.000,- erhöht werden muss und sich dementsprechend auch die Haftung auf dieses voll eingezahlte Stammkapital erhöht.

Weiters ist zu erwähnen, dass eine gründungsprivilegierte GmbH gegenüber möglichen Investoren oder Fremdkapitalgeber (z.B. Banken) eventuell nachteilig aussehen könnte. Diese Institutionen fordern bzw. erwarten sich oftmals eine höhere Eigenkapitalquote.

In diesem Zusammenhang ist hinsichtlich Gründungsprivileg auch noch folgendes zu erwähnen. Gesetzlich ist eine Haftung der Gesellschafter für Gesellschaftsschulden vorgesehen, wenn eine qualifizierte, die Gläubiger gefährdende Unterkapitalisierung der Gesellschaft vorliegt. Eine qualifizierte Unterkapitalisierung ist dann anzunehmen, wenn die GmbH im Verhältnis zum geplanten und dann auch realisierten Geschäftsumfang eindeutig und für Insider klar erkennbar unzureichend mit Eigenkapital ausgestattet und demzufolge bei normalem Geschäftsverlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Misserfolg zu Lasten der Gläubiger zu rechnen ist.

 

Mein Tipp:

Für gewisse kapitalintensive Unternehmen (wie z.B. Bauträger GmbH) ist das Gründungsprivileg nicht zu empfehlen ist, da es unrealistisch erscheint, dass im Geschäftsbetrieb einerseits mit hohen Summen gearbeitet und gerechnet wird und andererseits die Haftung der Gesellschafter auf € 10.000,- beschränkt ist.

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