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Birgit Priklopil Steuerberatung GmbH
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Archives for September 2019

Barauszahlung Löhne/Gehälter

In den meisten Unternehmen ist es gängige Praxis, dass die Auszahlung der monatlichen Löhne bzw. Gehälter einfach per Banküberweisung auf das vom Mitarbeiter bekanntgegebenen Bankkonto erfolgt. Als Unternehmer sind Sie jedoch auch berechtigt, die Löhne bzw. Gehälter für Ihre Mitarbeiter bar auszuzahlen. Hierbei gibt es jedoch einige Besonderheiten, welche ich an dieser Stelle kurz anführen möchte.

Barauszahlung – Besonderheiten

Sollten Sie sich dazu entscheiden, die Löhne bzw. Gehälter an Ihre Mitarbeiter bar auszubezahlen, sollten Sie die Barauszahlung unbedingt auf den monatlichen Lohnzetteln vermerken und von Ihren Mitarbeitern den Erhalt durch Unterschrift unter dem Vermerk bestätigen lassen.

Außerdem sollten Sie nicht vergessen, die Barauszahlung der Löhne anschließend in Ihrem Kassabuch einzutragen, damit der Kassastand monatlich stets korrekt ist.

Achtung: Barzahlungsverbot in Baubranche!!

Seit 1.1.2016 dürfen Arbeitnehmer, die zur Erbringung von Bauleistungen beschäftigt werden, ihren Arbeitslohn nicht mehr in bar ausbezahlt bekommen. Das Verbot trifft nicht nur den Unternehmer, sondern auch den Arbeitnehmer, da auch die Entgegennahme des Arbeitslohnes in bar verboten ist. Bei Verstoß gegen das Barzahlungsverbot drohen Geldstrafen bis zu € 5.000,-.

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„Kalte Hände“ Regelung

Die Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht für Bareinnahmen gilt seit dem Jahr 2016. Betriebe sind verpflichtet eine Registrierkasse zu verwenden, wenn ihre Jahresumsätze € 15.000,- und ihre Barumsätze € 7.500,- (jeweils Netto) überschreiten. Wenn beide Grenzen überschritten werden, muss der Unternehmer ab dem viertfolgenden Monat nach Ablauf des Voranmeldezeitraums für die Umsatzsteuer (Kalendermonat oder Kalendervierteljahr) ein elektronisches Aufzeichnungssystem mit Manipulationsschutz (Registrierkasse) besitzen. Hierbei gibt es jedoch eine bestimmte Ausnahmeregelung, auf welche ich in diesem Newsletter gerne näher eingehen möchte – die „Kalte Hände“ Regelung.

Umsätze im Freien – „Kalte Hände“ Regelung

Für Umsätze im Freien gibt es mit der „Kalte Hände“ Regelung eine Ausnahme und Erleichterung von der Registrierkassenpflicht.

Betroffen sind Umsätze von Unternehmen, die nicht in oder in Verbindung mit festumschlossenen Räumlichkeiten erzielt werden, wie z.B. Umsätze die von Haus zu Haus, auf öffentlichen Plätzen oder Straßen erzielt werden. Nicht festumschlossene Räumlichkeiten sind z.B. freistehende Verkaufstische, offene Verkaufsbuden (Maronibrater), offene Verkaufsfahrzeuge.

Der Jahresumsatz im Freien darf € 30.000,- nicht übersteigen (Achtung: Nicht der Gesamtumsatz des Betriebes, sondern nur der Umsatz im Freien!).

Wird die Umsatzgrenze von € 30.000,- überschritten, muss der Unternehmer mit Beginn des viertfolgenden Monats nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums über ein geeignetes Kassensystem verfügen.

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Betriebshilfe

Bei Arbeitsunfähigkeit infolge einer Krankheit, nach einem Unfall oder im Falle einer Schwangerschaft sehen sich Unternehmer häufig mit finanziellen Problemen konfrontiert. Zur Überbrückung der Ausfallszeiten und Abschwächung der Gefahren, leistet die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer sogenannte Betriebshilfe. Diese Betriebshilfe wird als Sachleistung oder als Kostenzuschuss eines Betriebshelfers gewährt.

Voraussetzungen

Für die Betriebshilfe müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Eine SVA Pflichtversicherung des Antragstellers während des Einsatzes der Betriebshilfe.
  • Der Betriebshelfer muss zur Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig sein.
  • Eine länger als 14 Tage andauernde (medizinisch begründete)
  • Arbeitsunfähigkeit.
  • Ein Gesamteinkommen bis maximal € 1.732,57 monatlich bzw. € 20.790,84 jährlich (Werte 2019). Im Einzelfall sind auch bei höheren Einkünften Betriebshilfeleistungen möglich, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die derzeitigen persönlichen Einkommensverhältnisse die Aufrechterhaltung des Betriebes ohne Betriebshilfe nicht zulassen.

Betriebshilfe als Sachleistung

Die Sachleistung besteht in der Bereitstellung von kostenlosen Betriebshelfern für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit.

Die Sachleistung wird für höchstens 70 Einsatztage pro Kalenderjahr – bei Pflege eines behinderten Kindes einmalig höchstens für 90 Einsatztage – gewährt.

Die hier normalerweise anfallenden Kosten werden vom Betriebshilfeverein übernommen. Somit entstehen dem Unternehmer hierbei keinerlei Kosten.

Betriebshilfe als Geldleistung

Bei dieser Art der Betriebshilfe beschäftigt der Unternehmer wegen seiner Notlage einen zusätzlichen Mitarbeiter. Die Kosten für diesen zusätzliche Mitarbeiter werden zunächst vom Unternehmer selbst getragen.

In diesem Fall kann die SVA einen Zuschuss zum Mehraufwand leisten, der durch die Beschäftigung des zusätzlichen Mitarbeiters entsteht.

Die Höhe des Zuschusses beträgt bis zu € 7,65 pro Stunde, höchstens aber € 68,85 pro Tag (Werte 2019) und ist mit 80% der anfallenden Kosten begrenzt. Der Zuschuss wird wie die Sachleistung für maximal 70 Einsatztage pro Kalenderjahr gewährt.

Betriebshilfe bei Mutterschaft

Für die Zeit der gesetzlichen Mutterschutzfrist (8 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt) wird normalerweise Wochengeld in Höhe von € 55,04 pro Tag (Wert 2019) bezogen.

Statt des Wochengeldes haben Unternehmerinnen die Möglichkeit eine Betriebshilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei handelt es sich um eine Person, die die Unternehmerin im Betrieb während der Abwesenheit ersetzt.

Eine besondere soziale Schutzbedürftigkeit ist dabei nicht erforderlich, was bedeutet, dass in diesen Fällen keine Einkommens- bzw. Zuverdienstgrenzen gelten.

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